SITUATION #120: Vernetze Fotografie – Launch neuer Formate in der Vermittlung des Fotografischen

18.04.2018

Fotomuseum Winterthur

Interactive Image Translation mit pix2pix-tensorflow, affinelayer.com/pixsrv, Screenshot, 2018 © Christopher Hesse

Mehr als drei Viertel der über 15-Jährigen in der Schweiz besitzen ein Smartphone und somit ein Gerät, mit welchem Bilder konsumiert, aber auch produziert und verteilt werden. Damit wir zusammen mit unserem Publikum zu selbstbestimmten, reflektierten und kreativen Mediennutzer_innen werden, bauen wir am Fotomuseum Winterthur die Vermittlung des Fotografischen weiter aus. Wir wollen – genauso wie unser Publikum – die Zukunft mitgestalten.

Der rasende Wandel des Fotografischen konfrontiert uns mit neuen Arten von Bildern. Sie verlassen den Rahmen, kommen runter von den Wänden, raus aus den privaten Alben und rein in unseren Alltag. An diesen Prozessen sind wir alle aktiv beteiligt, indem wir Fotos in sozialen Netzwerken posten, sie über Instant-Messaging-Dienste verschicken oder in der Cloud aufbewahren. Auch die Rolle der Fotograf_innen verändert sich. Sie drücken nicht mehr unbedingt auf den Auslöser. Sie kopieren, bearbeiten, remixen und rekontextualisieren bestehendes Material. Sie schreiben Codes und Algorithmen, die Bilder generieren.

Am Fotomuseum Winterthur treten wir all diesen Veränderungen mit einer grossen Offenheit und Experimentierfreude entgegen. Wir forschen am Puls der Zeit und beteiligen uns am Diskurs zum Fotografischen. Von der Cyanotypie zum Screenshot, von der Lochkamera zur Virtual Reality, vom Barytpapier zur Beamerprojektion: Das ganze Spektrum des Fotografischen soll vertreten sein.

Daher werden wir in Zukunft vermehrt auch Angebote in den Bereichen Bild- und Medienkompetenz anbieten, welche wir zusammen mit Pionier_innen und Expert_innen verschiedener Bereiche entwickeln. Als Start in unser neues Programm bieten wir einen Workshop zum Thema «Metadaten, Algorithmen und künstliche Intelligenz» an. Im Workshop befassen wir uns mit wichtigen Fragen rund um das Fotografische. Wie steuern und verändern Algorithmen die Sichtbarkeit von Bildern? Was ist Machine Learning und sind künstliche Intelligenzen befangen? Wo verstecken sich Metadaten und was können diese? Wie sind wir im Netz überhaupt sichtbar? Zum Teil im Referat, zum Teil in Gruppenaktivitäten und offenen Diskussionen, knüpfen wir konkret an die Fotografie und damit an Fragen visueller Politiken an.

Der Workshop dauert 2–3 Stunden (nach Absprache; Kosten: 230 CHF), Teilnehmer_innen sind eingeladen, ihre eigenen Laptops mitzubringen. Das Angebot wird von Jana Honegger, Medienkünstlerin und Veranstalterin von Workshops und Events rund um digitale Medien durchgeführt.

Anmeldungen und weitere Informationen: baumgartner@fotomuseum.ch


Mehr über das Vermittlungsangebot des Fotomuseums: fotomuseum.ch/de/visit/21484_education

Der Workshop enstand in Kooperation mit W3rkhof.

Cluster: Infrastruktur