P3: Post-Photography Prototyping Prize 2018

FÖRDERUNG INTERDISZIPLINÄRER UND KOLLABORATIVER ENTWICKLUNGEN IM BEREICH DES
POST-FOTOGRAFISCHEN

In Zusammenarbeit mit Julius Baer Stiftung

Alle zwei Jahre wird der Preis P3 vom Fotomuseum Winterthur und der Julius Bär Stiftung im Bereich der Post-Fotografie vergeben und dient der Unterstützung von Künstler_innen, kreativen Technolog_innen und Forscher_innen, die sich in ihrer Arbeit mit dem Wandel fotografischer Medien beschäftigen. P3 wurde 2016 ins Leben gerufen, um das Themenfeld des „Post-Fotografischen“ zu erkunden und um zu untersuchen, wie sich die Rolle der Fotografie in der gegenwärtigen Kultur verändert.

2018 wird der Post-Photography Prototyping Prize (P3) zum zweiten Mal vergeben. Im Vordergrund steht die Förderung interdisziplinärer und kollaborativer Arbeitsweisen: visuelle Künstler_innen, kreative Coder und Wissenschaftler_innen werden dazu eingeladen, sich gemeinsam mit verschiedenen Aspekten des Wandels der gegenwärtigen fotografischen Kultur zu befassen. Zusammen werden sie über die sozialen und technologischen Umbrüche in der Produktion, Verbreitung und dem Konsum von Bildern nachdenken und in Teams eine Reihe von Prototypen entwickeln. Diese werden in Form von Skizzen und Entwürfen, unfertigen Arbeiten und Konzepten, Visualisierungen und Modellen präsentiert.

Aus einem Feld von Kandidat_innen aus Kunst und Wissenschaft, die von internationalen Expert_innen nominiert wurden, haben Nadine Wietlisbach, Direktorin des Fotomuseum Winterthur, Marco De Mutiis, Digital Curator am Fotomuseum Winterthur und Katrina Sluis, Kuratorin des digitalen Programms der Photographers' Gallery, eine Shortlist mit 15 Finalist_innen erstellt. Sie wurden nach ihrer künstlerischen Praxis und ihren Forschungsinteressen ausgewählt und in fünf thematische Arbeitsgruppen eingeteilt: Sehende Maschinen, Sozialer Austausch, Generative Fotografie, Digitale Arbeit und Das vernetzte Bild.

Die Namen der Finalist_innen werden im Februar 2018 bekanntgegeben. Die Finalist_innen treffen sich am 14. Mai 2018 in London, wo sie einen Tag lang zusammen arbeiten und Prototypen erstellen werden, die sich kritisch, spielerisch und provokativ mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen. Die Teams präsentieren ihre Ergebnisse am darauffolgenden Tag der Öffentlichkeit und der Jury, die den Preis an das Siegerteam vergibt.

Die Präsentation der Prototypen und die Preisverleihung finden am 15. Mai 2018 in der Photographer’s Gallery in London statt.


THEMEN


Sehende Maschinen

Welche Folgen haben jüngste Entwicklungen des maschinellen Sehens für fotografische Medien und Formen? Welche Rolle nehmen die Fotograf_innen innerhalb dieses sich wandelnden Apparats ein? Da die Künstliche Intelligenz nicht nur lernt, Bilder zu erkennen und zu analysieren, sondern potenziell auch das Konzept der Repräsentation verändert, stellt sich die Frage nach den sozialen, politischen und kulturellen Auswirkungen der neuen bildgebenden Geräte.


Sozialer Austausch

Unsere soziale Interaktion hat sich zunehmend auf Online-Plattformen verlagert. Wie verändert sich unsere Selbstdarstellung und welche Auswirkungen hat die fotografische Praxis in und mit Social Media auf unsere Identität und unsere soziale Interaktion? Was ist die Rolle der Fotografie im Zeitalter des universellen Voyeurismus, des Instagram-Stalking, der Promi-Hackerazzi und des Internet-Exhibitionismus?


Generative Fotografie

Vom Screenshot zur In-Game-Fotografie, von computergenerierten Bildern zu neuronalen Netzen – Fotografien hängen immer weniger von der materiellen Welt ab. Können wir uns eine Fotografie vorstellen, die ohne Licht, Linse und physische Objekte auskommt? Was passiert, wenn die Fotografie vollständig simuliert, virtualisiert oder durch Algorithmen hergestellt wird?


Digitale Arbeit

Bilder im Netz konkurrieren um unsere Aufmerksamkeit, die so zur Währung einer neuen Ökonomie geworden ist. Von Memes zu Clickbaits, von Katzenvideos zu Food Porn – ständig werden wir verführt und abgelenkt, unsere Verweildauer erfasst, unser Blick verfolgt und unsere Aufmerksamkeit in Likes und Follower quantifiziert. Wie könnten Zukunftsszenarien für die Ökonomie der Bilder aussehen? Wie kann dieses scheinbar unsichtbare Ökosystem sichtbar gemacht und kritisch hinterfragt werden?


Das vernetzte Bild

Was ändert sich für die Fotografie, wenn bei Bildern der Aspekt ihrer Übertragung in den Vordergrund rückt, sie durch die globalen Netzwerke verschickt werden und unendlich oft reproduzierbar sind? Ist der fotografische Austausch demokratischer geworden oder nur Teil neuer Machtstrukturen? Wie verändern die Eigenschaften von Netzwerken Konzepte von Wahrheit und Repräsentation in den fotografischen Medien? Hat das vernetzte Bild zu mehr Propaganda oder mehr Widerstand beigetragen?


NOMINATOR_INNEN

Delphine Bedel (NL), Monica Bello (CH), Ann-Christin Bertrand (DE), Alain Bieber (DE), Matteo Bittanti (IT), Melanie Buehler (US), Sarah Cook (CA), Alfredo Cramerotti (GB), Matteo Cremonesi (IT), Ursula Damm (DE), Marco De Mutiis (CH), Raffael Dörig (CH), Florian Ebner (DE), Doris Gassert (CH), Marvin Heiferman (US), Sabine Himmelsbach (CH), Yuk Yiu Ip (HK), Milo Keller (CH), Kati Kivinen (FI), Fabian Knierim (AT), Tina Kukielski (US), Elise Lammer (DE), Markus Löffler (DE), Alessandro Ludovico (GB), Boris Magrini (CH), Aymeric Mansoux (NL), Eva and Franco Mattes (US), Fabio Paris (IT), Simon Pummell (GB), Rolf Quaghebeur (BE), Domenico Quaranta (IT), Katrina Sluis (GB), Jari-Pekka Vanhala (FI), Nadine Wietlisbach (CH)


JURY

Nadine Wietlisbach (Direktorin, Fotomuseum Winterthur), Marco De Mutiis (Digital Curator, Fotomuseum Winterthur), Katrina Sluis (Curator of the Digital Programme, The Photographers’ Gallery), Barbara Staubli (Kuratorin, Julius Bär Kunstsammlung)