Fotomuseum Winterthur | Samstag, 27.03. – Montag, 24.05.1999

Unheimlich – Vanessa Beecroft, Anna Gaskell, Dana Hoey, Natacha Lesueur, Wendy McMurdo

Das Gute ist nicht nur rosa und das Böse nicht mehr nur schwarz, das Heimische geht verloren, das Unheimliche verlässt den „tiefen dunklen Wald“: Die Grenzen haben sich verschoben, ziehen mitten durchs Alltägliche, sind vor uns, unter uns, in den Verrückungen des Realen; und die Grenzen haben sich verwischt: Gut und Böse, aber auch Fakten und Fiktionen tragen dieselbe Marke.

Vanessa Beecroft (I) mit Fotografien ihrer berühmten synthetischen Performances voller Schönheit und „Sinn-Leere“, Anna Gaskell (USA) mit ihren abgründig-phantastischen Kinderspielen, Natacha Lesueur (F) und ihre Körperarbeiten zwischen Mode und Eingriff, Lust und Qual, Wendy McMurdos (GB) geklonte Doppelgängerinnen und ihre merkwürdigen Porträts vom Surfen ohne Computer, vom Spielen ohne Instrument oder Dana Hoeys (USA) Anspielungen auf Verdecktes, welches das scheinbar harmlose Sichtbare tränkt – die fünf Künstlerinnen erzeugen mit ihren inszenierten Fotografien alle eine Atmosphäre, die sich im Bereich des so Normalen, so Bekannten bewegt, die aber mit Verschiebungen, Brüchen, mit Abgründigem, mit Nichtvertrautem und derart auch mit Sigmund Freuds Vorstellung vom „Unheimlichen“ durchsetzt ist.

Die Ausstellung wurde von Urs Stahel kuratiert.