Fotomuseum Winterthur | Samstag, 17.05. – Sonntag, 12.10.2025

The Lure of the Image – Wie Bilder im Netz verlocken

Süsse Katzenbilder und Videos tollpatschiger Welpen. Bitterböse Memes einer Netflixserie, die wir nicht ausstehen können aber gleichzeitig lieben, zu kritisieren. Politische Propaganda, die niedlich verpackt und irgendwie schlüssig daherkommt. Die Fotos eines vermeintlich stylischen Airbnb-Apartments, welches sich als fensterlose Falle entpuppt. Selfies und Thirst Traps auf Dating-Apps, die auf Bewunderung und Komplimente aus sind. Dem Sog der digitalen Bilderwelt können wir oft nur schwer widerstehen. Zu sehr entzücken uns die Aufnahmen, lassen uns endlos scrollen und verleiten uns zum immer weiter Klicken.
 
The Lure of the Image erkundet die Anziehungs- und Verführungskraft von fotografischen Bildern im Internet. Die Ausstellung beleuchtet die Mechanismen der Verführung und untersucht, wie Verlockung und Begehren, Affekt und Trieb in die zeitgenössische visuelle Kultur eingebettet sind. 

Wie locken oder betören uns Bilder, wie steuern, ködern oder täuschen sie uns? Welche digitalen und vernetzten Logiken liegen der Anziehungs- und Überzeugungskraft von Bildern zugrunde und welche neuen Formen der Verführung bringen sie hervor? Die Ausstellung untersucht, wie Bilder Aufmerksamkeit auf sich ziehen, Gefühle hervorrufen, Begehren erzeugen und Werte schaffen. Dabei legt sie auch soziale, politische und wirtschaftliche Strukturen offen, die der Verführungskraft von Bildern zugrunde liegen. Ausgewählte Positionen von Künstler_innen und Fotograf_innen sowie eigens für die Ausstellung entwickelte Arbeiten setzen sich kritisch mit der Verführung durch Bilder auseinander, mitunter subversiv oder indem sie kreativ Widerstand leisten.

The Lure of the Image ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojekts, das auf der dynamischen und sich ständig weiterentwickelnden Online-Plattform [permanent beta] entstanden ist. Die Beiträge auf der Website wurden in Zusammenarbeit mit Künstler_innen, Kurator_innen und Theoretiker_innen realisiert und umfassen unter anderem performative und audiovisuelle Erkundungen, Podcasts, Essays und dialogische Beiträge. Sie geben den Besucher_innen einen umfassenden Einblick in das Thema und gleichzeitig einen Einblick in den kollektiven Forschungs- und Entwicklungsprozess, der zur Entstehung dieses Ausstellungsprojekts geführt hat.