SITUATIONS statement

Alle, die ein Smartphone, ein Tablet oder einen Laptop besitzen wissen, dass die Fotografie heute immer mehr zu einem Distributions- und Kommunikationsmedium wird. Angetrieben von der enormen Vervielfältigungskraft digitaler Algorithmen lassen sich Fotos heute blitzschnell zwischen zahlreichen Geräten und Plattformen hin und her schicken. Dies hat auch Auswirkungen auf die Praxis insbesondere junger Künstler_innen, die mit vielen unterschiedlichen Medien arbeiten und sich nicht mehr einfach als Fotograf_innen begreifen. Bei unserer täglichen Arbeit merken wir, dass wir immer häufiger vom „Fotografischen“ sprechen als von „der Fotografie“; und von „fotografischen Medien“ statt vom „Medium“.

Davon überzeugt, dass das Fotomuseum Winterthur beherzt und flexibel auf fotografische und kulturelle Entwicklungen reagieren muss, haben wir am 10. April 2015 das neue Ausstellungsformat SITUATIONS lanciert. Mit SITUATIONS begleiten und gestalten wir die Gegenwart und Zukunft des Fotografischen und wagen gleichzeitig ein innovatives Zusammenspiel von physischen und virtuellen Räumen. Die Ausstellungen werden inhaltlich entlang von Tags und Clustern kuratiert, was uns erlaubt, konkrete und virtuelle Ausstellungsobjekte neu miteinander zu kombinieren.

Eine SITUATION kann ein fotografisches Bild sein, ein Film, ein Text, ein Online-Interview, ein Screenshot, eine Fotobuchpräsentation, eine Projektion, eine Skype-Vorlesung oder eine Performance. Die SITUATIONS werden durchnummeriert und können ein paar Stunden dauern oder auch zwei Monate lang. SITUATIONS finden in Winterthur statt, aber auch in São Paulo oder Berlin – und als Stream auf unserer Website. So entsteht ein ständig anwachsendes digitales Archiv von SITUATIONS, mit denen wir die Idee der Ausstellung erweitern und nicht nur unsere lokalen Besucher erreichen, sondern übers Internet auch die grosse globale Öffentlichkeit.

2018 erkundet SITUATIONS die Mechanismen technischer Infrastrukturen und zirkulierende Bilder im Ringen um Aufmerksamkeit („To look is to labor“). Wir richten unseren Blick auf die sozialen Auswirkungen von Exponieren /Überwachen („Follower“) sowie auf die Schnittstelle des Fotografischen und Posthumanen. In den Ausstellungsräumen in Winterthur entsteht zudem ein temporäres Forschungslabor, das zum Dialog und zu gemeinsamer (wissenschaftlicher, künstlerischer) Recherche einlädt.

SITUATIONS/Post Fail 
bis 04.02.2018

SITUATIONS/Infrastruktur
bis 22.04.2018

SITUATIONS/Follower
bis 01.07.2018

SITUATIONS/Posthuman 
ab 07.07.2018

SITUATIONS/Lab 
ab 21.09.2018

SITUATIONS/To look is to labor 
ab 07.12.2018