Aktuelle SITUATION

SITUATION #112: Antye Guenther, aus Die Karte (The Map), 2011

09.02.–22.04.2018

Fotomuseum Winterthur

Aus Die Karte (The Map), Offsetdruck, 45 x 65 cm, 2011 © Antye Guenther

Antye Guenther geht in ihrer Arbeit Die Karte (The Map) von der These aus, dass „der urbane Raum als chaotischer, sich selbst organisierender Raum in der Lage ist, hochkomplexe Ordnungsstrukturen hervorzubringen.“ Bei Streifzügen durch europäische, russische oder japanische Städte hielt sie verschiedene urbane Szenen fest, um diese Annahme zu prüfen. Das Ergebnis sind Fotografien von Hinterhöfen, zentralen Verkehrspunkten, Seitenstrassen oder Baustellen, in die Guenther nachträglich Zeichnungen und Kommentare eingefügt hat. Diese überlagern den ohnehin sehr dichten Bildraum mit Pfeilen, Kreisen und Markierungen. In dem Versuch, die vorgefundenen Ordnungen aufzuschlüsseln und sowohl bildanalytische als auch städtebauliche Fragestellungen mithilfe einer technisch-bürokratischen Sprache anzuregen, verunklärt Guenther letztlich – nicht ohne einen Sinn für Ironie – die lineare Rezeption ihrer Serie und evoziert Assoziationen zu System- und Chaostheorien.

Mehr von Antye Guenther: aguenth.de

Mit freundlicher Unterstützung der Art Mentor Foundation Lucerne.

Cluster: Infrastruktur