2016
Brenna Murphy
Domain, Wrap, Extrude

Brenna Murphys Prototyp ist eine fotografisch-skulpturale Installation, die sowohl im virtuellen als auch im physischen Raum existiert. Physisch besteht sie aus einem bedruckten Bildteppich, der auf den Boden gelegt wird. Indem sie sich im Bereich des Teppichs bewegen, entdecken die Benutzer_innen über ein Virtual-Reality-Headset eine virtuelle Landschaft. In der Auseinandersetzung mit einer Welt aus abstrahierten Elementen gibt die Arbeit einen Einblick in die Wahrnehmungssysteme, die dem virtuellen und gleichzeitig körperlichen Erlebnis zugrunde liegen.

Faith Holland
Plastic Pixels

In Plastic Pixels werden Porträts aus der Stockfotografie seziert, um das Ausmass der fotografischen Manipulation offenzulegen. Faith Holland trennt die einzelnen Schichten des Porträts voneinander ab, bringt durch dieses Schälen des Bildes fotografische Phantome zum Vorschein und spricht damit die Verzerrungen der Schönheitsindustrie an. Doch Holland regt auch dazu an, diese Geister als einen Blick in die nicht allzu ferne Zukunft fabrizierter Menschen zu verstehen – eine Welt der Cyborgs, die von Algorithmen entworfen und perfektioniert werden.

Mario Santamaría
Zero Insertion

Der Prototyp für Zero Insertion visualisiert die Folgen einer fehlgeschlagenen virtuellen Welt; jenen Moment, in dem das Internet zusammenbricht oder aufhört, Informationen zu übertragen. Unterbrochene Feeds und Bilder, die aufgrund von fehlenden Daten zerfallen – der sogenannte Verlust von Datenpaketen – weisen auf Verzögerungs-, Fehlleitungs- und Beschädigungsprozesse hin. Unsere Welt des unmittelbaren virtuellen Zugriffs wird hier verwandelt und bringt dabei geisterhafte Erscheinungen von Störung und Unterbrechung hervor – verrutscht und aus der Zeit gefallen.

Maximilian Schmoetzer
The Salon of Clicks

Maximilian Schmoetzers Prototyp hinterfragt jenes Phänomen, das er als einen neuen „Techno-Kolonialismus“ bezeichnet, nämlich die staatliche Rekonstruktion zerstörter Monumente durch lebensgrosse Nachbildungen. Schmoetzer durchkreuzt diese Strategie, indem er die fiktive Dimension von Fotografien mittels poor images, also schlecht aufgelöster Bilder aus dem Internet, offenlegt. Er führt zudem die computergenerierte Figur Zenobia ein, ein Ibis, der in der Gegend der Ruinen von Palmyra zu Hause war. Der Vogel, der in Syrien heute nicht mehr vorkommt, wird zu einem Symbol der Kritik, während seine Verdrängung die techno-kolonialen Ambitionen westlicher Regierungen infrage stellt.

Simen Musæus & AE
Haecceitic Lenses

Der Prototyp von Simen Musæus setzt sich mit der Möglichkeit auseinander, semantisch segmentierte Bilder zu erstellen, indem sie virtuell zerlegt und gemäss dieser Segmentierung in ihrer Form neu angeordnet werden. Musæus simuliert diesen Prozess anhand von Scans norwegischer Küsten, wobei komplexe Topologien in Geometrie umgerechnet werden, die sich anschliessend segmentieren und schematisch darstellen lassen. Das Ergebnis ist eine über Daten formulierte transformative Ökologie – ein Prozess, der eine semantische Wende der Bilder ankündigt.