Vergangene Ausstellung

Foto Text Foto Text – Dialog von Fotografie und Text in der Gegenwartskunst

12.04.–01.06.1997

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Umberto Eco warnte davor, dass wir auf dem Weg sind, ins Mittelalter zurückzukehren, dass wir das Sprachliche, Diskursive aufgeben zugunsten von Bildern, die emblematisch und flutwellenartig auf uns zugeschwemmt werden. Der berühmte italienische Linguist und Schriftsteller hat vermutlich recht, was den Alltag betrifft, in der Kunst hingegen scheint sich in den vergangenen dreissig Jahren Umgekehrtes abgespielt zu haben, nämlich eine starke Verbindung von Bild und Sprache, ja eine „Versprachlichung“ von Kunst. Erstmals gilt in dieser Ausstellung der Verbindung fotografischer Bilder mit dem geschriebenen Wort eine umfangreiche Darstellung.

Rund 80 Werke von über 30 Künstlern und Künstlerinnen aus Europa, den USA und Kanada sind zu einem Panorama der vergangenen 30 Jahre vereint. Der Dialogcharakter der Ausstellung macht deutlich, dass die Foto-Text-Kombination als künstlerische Strategie nicht eine ausgefallene Praxis darstellt, sondern den Blick auf wichtige Bereiche und Fragestellungen des modernen, bzw. zeitgenössischen Kunstschaffens erlaubt. Seit dem Wirken der Dadaisten und Konstruktivisten überwindet das Verfahren die traditionelle Trennung von Bild und Sprache. Foto und Text treten in ein Spannungsverhältnis, wobei die sozialkritischen, narrativen, analytischen oder poetischen Aspekte des Bildes eine Steigerung erfahren.

Mit Werken von Vito Acconci, Vincenzo Agnetti, John Baldessari, Robert Barry, Joseph Beuys, Heiner Blum, Victor Burgin, Willie Doherty, Bernard Faucon, Hamish Fulton, Jochen Gerz, Gilbert & George, Jenny Holzer, Douglas Huebler, Peter Hutchinson, On Kawara, Karen Knorr, Joseph Kosuth, Barbara Kruger, Ketty La Rocca, Marie-Jo Lafontaine, Louise Lawler, Jean Le Gac, Ken Lum, Urs Lüthi, Duane Michals, Maurizio Nannucci, Shirin Neshat, Laura Padgett, Giulio Paolini, Olivier Richon und Klaus Staeck.

Die Ausstellung wurde von Peter Weiermair kuratiert. Realisation in Winterthur: Urs Stahel. Eine Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein. 

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