Nanna Hänninen

Nanna Hänninen
*1973 in Rovaniemi; lebt in Kuopio
Nanna Hänninen bewegt sich gleichsam von diesem ‹Nenonenschen Garten› nach drinnen, von der vielfältigen, überreizten Aussenwelt in die ruhige, sparsame Innenwelt, in die Gedankenwelt und baut minimale, reduzierte, karge Situationen auf: einen Stapel Papierblätter, geordnet, auf hölzerner Unterlage; weisse Klebpunkte auf gelblicher Unterlage, im Mittelgrund scharf abgebildet, in den übrigen Bildbereichen verschwimmend, unscharf, wobei die Kreisflächen ‹ausufern› und ihre Form verlieren; Zahnstocher, aneinandergefügt und zu zwei Bändern ausgerollt, spitz wie ein Staketenzaun; zwölf weisse Schachteln, gestapelt zu einem Block von drei mal vier Schachteln; Asche auf Papier, über alle Papiere verstreut oder mit ausgesparter, leerer Negativform in Ordnung und Chaos unterteilt. Ihre Werktitel – ‹Fear and Security›, ‹Keep under Control›, ‹Information Failure› – bekräftigen, dass diese bühnenbildhaften, kleintheatralen Szenen Gedankenbilder, visuelle Aphorismen, emblematische Abstraktionen sind. Sie repräsentieren Gedanken zur Welt, ‹sprechen› von Spannungen, von Gegensätzen, von Überlastung, von Fehlerquellen. In ihrem Buch ‹Fear and Security› äussert sich Nanna Hänninen über diese Spannung: «Instead of order, I started to see chaos in things. I have been trying to catch the idea of society which is filing, sorting and systemizing things to be more secure and organized. I see a great paradox because setting up security measures you cause insecurity of something unkown .... this series (Fear and Security) is about the fear of losing control.» Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, die Angst, dass die Dinge uns entgleiten, sich gegen uns wenden: derartige Zustände thematisiert Nanna Hänninen in konzentrierten, fast reinweissen ‹philosophischen› Bildern, die sowohl Unschuld wie auch Unendlichkeit suggerieren.