Valérie Jouve

Valérie Jouve
*1964 in Saint-Etienne; lebt in Paris
Valérie Jouve gehört zur neuen Generation jener KünstlerInnen in Frankreich, die sich aus der grossen Tradition humanistischer, reportierender Fotografie in ihrem Land verabschiedet haben, ohne jedoch die weiterhin brauchbaren, ohne die wesentlichen Elemente gleich mit über Bord zu werfen: Sie fotografiert Landschaften, vor allem Stadtlandschaften, hochverdichtete urbane Situationen. Gleichzeitig – und das meint hier oft im gleichen Bild – porträtiert sie Menschen, die sie in einer Bewegung, einem Zurückschauen, einem Lachen, einem Auftritt festhält. Landschaft und Porträt, zwei klassische Themen in Malerei und Fotografie, hier nun so zusammengebracht, dass sich vor und im dokumentierten städtischen Raum eine choreographierte Szenerie abspielt. Das Aufeinanderstossen von Abgebildetem und Inszeniertem, von grossstädtischem, urbanem Rahmen und dem Ausdruck, der Geste, der Handlung eines individuellen Menschen eröffnet einen fiktiven Raum mit dem Geschmack von Realität, und thematisiert spannungsvoll das Verhältnis, das Anklingen, die Resonanzen von Raum und Zeit, vom Menschen und seiner Umgebung. Stetig am Arbeiten, zurzeit mit Filmen beschäftigt, ein zuverlässiger Wert in der zeitgenössischen Kunst.