Günther Selichar

Günther Selichar
*1960 in Linz; lebt in Wien
Günther Selichar richtet mit seinen ‹Sreens, cold›, seinen Bildern von ausgeschalteten Bildschirmen, das Augenmerk auf das neue Fenster, das Schild, den Wegweiser von heute, das Tafelbild des 21. Jahrhunderts. Der Bildschirm ist Informant und Agent, Sehnsuchtsportal und Seelentröster, also Symbol und Instrument in einem. Das sogenannte ‹Window› öffnet sich nicht nach draussen, sondern strahlt nach drinnen, uns ins Gesicht, ist ein selbstleuchtender Schirm, der die ursprüngliche, direkte, sinnliche Wahrnehmung geräuschlos und technologisch kühl aufhebt und selbst Zeichen ‹ortlos› auf milchgläserner Oberfläche schwimmen lässt. ‹Kalt›, ausgeschaltet, verkörpert der Bildschirm eine kühle, stille Monochromie, ‹heiss›, also eingeschaltet, ist er der Inbegriff von Geschwätzigkeit, von eiliger und höchst sprunghafter Information. Glatte, strenge, kühle Fotografien von ebensolchen Monitoren zeigt Selichar, «interfaces zwischen Blick und Dargestelltem», wie er sagt.