Jörg Sasse

Jörg Sasse
*1962 in Bad Salzuflen; lebt in Düsseldorf
Jörg Sasse kreiert mit seinen computermanipulierten Arbeiten – Ausgangsmaterial sind oft Amateurbilder, Fotografien von Freunden – Situationen, die den Standpunkt des Betrachters, das Subjekt des Betrachtens verunsichern. Was sehen wir denn da vor uns? fragt sich das Subjekt, nachdem die Bilder zuerst einmal ganz vertraut wirken, als sähen wir eine Landschaft, eine Häuserfassade, eine bewegte, unscharfe Szenerie. All die Merkmale, die Ordnungsmuster, die unser Sehen bestätigen, unser Vertrauen stärken zu verstehen, was wir sehen, sind ‹leise›, das heisst: fein und fast unmerklich ausser Kraft gesetzt. Die Andeutungen von Perspektive erweisen sich als optische Fallen, als Sackgassen, aber sie sind noch da. Wir haben konstruierte, künstliche Pixelwelten vor uns, die mit dem Anschein von Realitäts-Wiedergabe spielen, aber hier etwas weglassen, dort etwas hinzufügen, bis eine Art von Schweben entsteht – schwebende Bilder, die unser Raumgefühl auflösen, die neuartige Räume ‹formulieren›, die auch die Zeit in ein fast zeitloses Irgendwann versetzen; konstruierte Bildwelten mit der Kraft zur Fiktion, zum angedeuteten Plot, zur transzendent wirkenden Untiefe. Eine neue Visualität, die dem hybriden Erscheinen der heutigen Welt angemessen erscheint.