Christoph Rütimann

Christoph Rütimann
*1955 in Zürich; lebt in Müllheim Dorf
Der Luzerner Künstler, bekannt für sein Schaffen in vielen verschiedenen Medien, bekannt auch für seine gedanklich und gestalterisch präzisen Arbeiten, die im wesentlichen um das Thema offener, floatender Energien streifen – Energien, die sich dann und wann zu Flüssen verdichten, die sich niederschlagen, Ausfällungen produzieren, als Gewicht auf der Waage, als Linie auf der Wand, als Kurve im Raum, als seismographische Notate auf Papier –, dieser Christoph Rütimann lebt seine poetische Seite vielleicht am stärksten in seinen Polaroid-Arbeiten aus, die er in manchen Winterferien tatsächlich im Schnee inszeniert hat, verschiedene erzählerische, theatralische Szenen, Geschichten im Schnee. Man gewinnt den Eindruck, der Schnee bilde eine hervorragende, halbdurchscheinende, halbpräsente Bühne für die verschiedensten Bildgeschichten, Bilderrätsel, Bilderspiele. Kleine szenische Stücke, teils mitintegriert das eigene und das Bildnis seiner Freundin, die aus lauter Fragmenten von ausgeschnittenen Fotos, Hölzchen, Stäbchen, Klebband ein schönes rätselhaftes Bild-Gewebe inszenieren, zum Beispiel eine Art wunderbarer modellhafter Gartenanlage, mit Gebäuden aus gelben, roten oder grünen Bausteinen vor quadratischen Teichen in tiefem Blau. Verkehrte Grössenverhältnisse, fragmentierte Figuren und Wörter, reale Gegenstände und ausgeschnittene Fotofiguren entfachen zusammen einen poetisch-bildnerischen Zauber.