Thomas Flechtner

Thomas Flechtner
*1961 in Winterthur; lebt in Zürich und Creuse
Thomas Flechtners Fotografien von Corbusiers Chandigarh sind in vielen Museen gezeigt worden, sie bestechen durch eine eigentümliche Farbigkeit, die uns einen zweiten Blick auf diese indische Stadt werfen lässt, ein Blick, der den Kontrast zwischen europäischem Modernismus und indisch-orientalischer Lebensweise visuell erfährt. Seine neuen Bilder, unter anderem jene über die Stadt La Chaux-de-Fonds im Winter, im Schnee, knüpfen daran an und schaffen rätselhafte, manchmal fast surreal stille Nachtlandschaften. Nadine Olonetzky sagte zur Eröffnung von Flechtners Ausstellung in der Coalmine-Fotogalerie in Winterthur: „Tannen stehen vor einer Wohnblocksiedlung. Die sind ganz überzuckert, denkt die Frau. Dahinter leuchten in der Siedlung die Lichter, gelb, rot, flackernd blauweiss. Tagsüber sind die Häuser scharfkantige Glaskuben mit Kernen aus Beton. Darin wird gewohnt, Tüllvorhänge vorgezogen. Nachts sind es mehrfarbig erleuchtete Eiswürfel. Unten können die Leute aus- und eingehen, die Eiswürfel durch gläserne Eingangstüren betreten ... Hinten eine Tankstelle, weiss strahlend. Vorne ein geschundener Schneehaufen, der den Eingang zu einer Reihe von Garagentüren versperrt. Alle gleich, alle grade gereiht. Sicht, Ausschnitt, Standpunktfrage. Die Kamera sieht das Helle im Winter. ... Schneenacht für Schneenacht wird der übermässig gefallene Schnee mit Lastwagen aus der Stadt gefahren und draussen hin zu riesigen Schneebergen gekippt. Aufgeraut ist die Oberfläche der Schneehaufen vor der Stadt, unregelmässig, zu Brocken gepresst. Nicht mehr weichweiss wie Schlagrahm. Die Strasse, die da hinführt, ist kühl beleuchtet, und ganz tief im Bild sieht man die Lastwagen, im Vordergrund links den getürmten Schnee. ...“