Vanessa Beecroft

Vanessa Beecroft
*1969 in Genua; lebt in New York
VB 35 Performance: Institute of Contemporary Art - MassachusettesVanessa Beecrofts Performances, die sie manchmal direkt „Show“ (Zur-Schau-Stellen) nennt, machen deutlich, dass sie Frauen zur Schau stellt, dass sie eine Gruppe von Frauen auszieht, neu und einheitlich anzieht, sehr knapp nur, dafür überlegt designt und sie dann in Kunsträumen vor Zuschauern und Zuschauerinnen auftreten lässt. Anlehnungen an alte tableaux vivants und an zeitgenössische Laufsteg- oder Rehearsal-Situationen in Mode- und Theaterwelt sind zu erkennen. Eine verrückte, beunruhigende Mischung, verstärkt noch durch die knappen Kleider, die Nacktheit andeuten, durchscheinen lassen oder sie einrahmen und akzentuieren. Die Situationen, die durchaus Erotisch-Sexuelles ins Spiel kommen lassen könnten, sind aber extrem unterkühlt, ja verobjektiviert. Wie fremde Wesen, Statuen, gefrorene Skulpturen, wie Schaufensterpuppen stehen sie da, aber mit einem klaren, festen, manchmal gelangweilten Blick in die Ferne, durch die Zuschauer, auch die männlichen, hindurch, als seien die gar nicht da, weil von einer anderen Welt, die keine Schnittstelle mit der gezeigten hat. Vanessa Beecroft arbeitet auffallend mit Verfremdungen und Ambivalenzen: der Verdoppelung, Vervielfachung, Klonung der Frauenmodelle, der Betonung des Modell- und Objekthaften, der Mischung von Schönheit und Ungreifbarkeit, weil sie fremd, fast extraterrestrisch wirken.