Rémy Markowitsch

Badger (Dachs), 1995
Aus: ÄsopScans

Elektrostatischer Druck auf Papier, Aluminium, 95 x 132 cm
Sammlung Fotomuseum Winterthur, Schenkung Rémy Markowitsch
Inv. Nr. 2007-013-002
© Rémy Markowitsch

Rémy Markowitsch
*1957 in Zürich; lebt in Berlin
Rémy Markowitsch macht die Aneignungspraxis zum zentralen Teil seiner künstlerischen Haltung. Er vertieft sich in Bilderbücher, in kollektive Bilderarchive des 20. Jahrhunderts, in Pflanzenbücher der fünfziger, Ertüchtigungsbücher der dreissiger Jahre, in den Umgang mit Bildern, ihre Anordnung, Abfolge, und in ihre Drucktechniken. Sein grosses Projekt heisst "Nach der Natur" – zeitlich 'nach', aber entfernt, losgelöst von der Natur – und enthält die Unterkapitel Landschaften, Pflanzen, Tiere und Menschen. Wie viele seiner Werke so funktioniert "Nach der Natur" nach folgendem Prinzip: Markowitsch behandelt das vorgefertigte Kulturgut wie ein Rohprodukt, stellt es ins Licht, das heisst, er durchleuchtet es, lässt zwei Bilder der gleichen 'Art' sich gegenseitig überblenden. Resultat: Seine mechanische Kopie einer mechanistisch gedruckten Kopie einer mechanistisch fotografierten Kopie einer Realität wird selbst wieder zu einer eigenen, teils monströsen Bildrealität, zur Neuschöpfung – ähnlich den Neuschöpfungen der Menschheit im Material-, Pflanzen- und Tierbereich. Markowitsch spielt in der Bildkultur die Rollen des Archivars, des Chronisten und des Mephistopholes, des teuflischen Neuschöpfers, zugleich.